Ökologie und Ökonomie der Ernährung

Die Entstehung der Landwirtschaft: Herausforderungen für Ernährung und Umwelt

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Den Planeten ernähren – Herausforderung und Verantwortung

Für das Jahr 2050 wird eine Bevölkerung von fast zehn Milliarden Menschen erwartet.

Die Frage ist: Wie können mit den verfügbaren Ressourcen 40% mehr Menschen ernährt werden?

Innovationen führten in den Industriestaaten zur „Sicherung der Ernährung“, d.h. zu quantitativ und qualitativ stetigem Nahrungszugang.

Aber die Ernährung ist nicht in allen Weltteilen gesichert; vielen Menschen fehlt es immer noch an Ressourcen und Zugang zu Nahrung.

Parallel dazu stellen viele Menschen ihre Ernährung um. Denn ein wachsender Teil der Weltbevölkerung übernimmt die Ernährungsweise der westlichen Länder, die reich an tierischen Proteinen und Fetten ist.

Zusammen mit dem Bevölkerungsanstieg bedeutet diese Ernährungsumstellung, dass die Landwirtschaftsproduktion bis 2050 mehr als verdoppelt werden müsste, um den Nahrungsbedarf von Menschen und Zuchttieren zu decken. Ist dies unter den derzeitigen Bedingungen möglich, ohne die natürlichen Ressourcen zu gefährden?

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Auf der Erde leben heute über sieben Milliarden Menschen, und die Bevölkerung wächst noch weiter. 
Für das Jahr 2050 wird eine Bevölkerung von fast zehn Milliarden Menschen erwartet.

Die Frage ist: Wie können mit den verfügbaren Ressourcen 40% mehr Menschen ernährt werden?


Mithilfe technischer Fortschritte konnte bis heute immer mehr produziert werden.

Auch die Verarbeitungs- und Konservierungstechniken haben sich verbessert. Durch Sterilisierungsmethoden und maschinelle Kältetechnik lässt sich Nahrung länger aufbewahren.

Seit einigen Jahrzehnten hat sich der internationale Handel verstärkt: Strassen, Schienen, Schiffe und Flugzeuge sorgen für einen schnellen Nahrungsmitteltransport.

Solche Innovationen führten in den Industriestaaten zur „Sicherung der Ernährung“, d.h. zu quantitativ und qualitativ stetigem Nahrungszugang.

Aber die Ernährung ist nicht in allen Weltteilen gesichert; vielen Menschen fehlt es immer noch an Ressourcen und Zugang zu Nahrung. Dies gilt besonders für mehrere Länder in Subsahara-Afrika, wo Nahrung hauptsächlich aus Getreide, Wurzeln und Knollen besteht. Sie haben einen geringen Nährwert und reichen mengenmässig oft nicht aus.

Wir verstehen also, dass die Nahrung auf der Welt nicht gleichmässig verteilt ist.
Laut FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, sind immer noch 11% der Weltbevölkerung unterernährt, auch wenn diese Zahl abnimmt. Im Gegensatz dazu sind 39% der Bevölkerung überernährt – ein Phänomen mit steigender Tendenz.

ERNÄHRUNGSUMSTELLUNG
Es herrscht also Ungleichgewicht, und generell wächst die Bevölkerung. Parallel dazu stellen viele Menschen ihre Ernährung um. 

Denn ein wachsender Teil der Weltbevölkerung übernimmt die Ernährungsweise der westlichen Länder, die reich an tierischen Proteinen und Fetten ist. Ändert eine ganze Konsumentengruppe ihre Ernährungsgewohnheiten, spricht man von Ernährungsumstellung.


HERAUSFORDERUNG AN DIE TIERHALTUNG
Um den höheren Fleischverzehr und Verbrauch von Tierprodukten zu decken, müssen mehr Tiere aufgezogen werden, deren Ernährung grosse Getreidemengen erfordert.

Man schätzt, dass die Produktion von 1 Kilogramm tierischer Proteine 10 Kilogramm pflanzliche Proteine benötigt.

Die Viehzucht hat damit den Nachteil, dass sie durch die notwendige Getreide- und Pflanzenproduktion direkt und indirekt grosse Flächen beansprucht; sie spielt daher auch eine bedeutende Rolle bei der Entwaldung.

Ausserdem verbraucht Viehzucht grosse Wassermengen. Eine Kuh trinkt z.B. etwa 100 Liter Wasser pro Tag und produziert ca. 30 Liter Milch, während ein Mensch nur 1 bis 2 Liter Wasser pro Tag braucht. Wasser wird zudem zur Reinigung der Ställe und Bewässerung der Pflanzen als Tierfutter benötigt.

Vor allem bei der Zucht von Wiederkäuern entsteht eine grosse Menge an Treibhausgasen, die zur Klimaerwärmung und damit zum Klimawandel mit weitreichenden Konsequenzen beitragen. 

Zusammen mit dem Bevölkerungsanstieg bedeutet diese Ernährungsumstellung, dass die Landwirtschaftsproduktion bis 2050 mehr als verdoppelt werden müsste, um den Nahrungsbedarf von Menschen und Zuchttieren zu decken. Ist dies unter den derzeitigen Bedingungen möglich, ohne die natürlichen Ressourcen zu gefährden?

VERLUST UND VERSCHWENDUNG
Eine Möglichkeit wäre die Vermeidung von Produktverlusten – und zwar bei Produktion, Ernte, Behandlung, Verarbeitung, Transport, Lagerung oder auch Konservierung von Nahrungsmitteln.

Allein in der Schweiz gehen jährlich 2 Millionen Tonnen verloren oder werden verschwendet. Dies entspricht der Ladung von 120 000 Lastwagen, die, aneinandergereiht, eine Kette von Genf bis nach Madrid ergeben.
 

Gleiches gilt auch auf internationalem Niveau. Ein Drittel der Nahrungsmittel geht verloren. Das entspricht etwa 1,3 Milliarden Tonnen jährlich – also fast die Menge einer ganzen Mahlzeit pro Person und Tag!

Die Verschwendung von Nahrungsmitteln kommt auf dem gesamten Weg von der Produktion bis zum Verbrauch vor.

Die ersten Verluste verursacht die Landwirtschaft, da Produkte entsorgt werden, deren Aussehen, Form oder Grösse nicht der Norm entsprechen. Aber auch die industrielle Weiterverarbeitung und der Transport zeitigen weitere Verluste: Man entfernt z.B. beim Transport beschädigte Nahrungsmittel.
Und nicht zu vergessen: Die Hälfte der Verschwendung findet in den Haushalten statt. Es wird z.B. mehr als nötig eingekauft, und das Überflüssige endet im Mülleimer.


Aus all dem folgt, dass wir einer wachsenden Weltbevölkerung gegenüberstehen, die immer mehr Produkte tierischer Herkunft isst und ihre Nahrung mit Methoden produziert, die noch nicht auf die Bewahrung der natürlichen Ressourcen abgestimmt sind, so dass fast ein Drittel der Nahrungsmittel verschwendet wird.

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